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Die Geburt Christi
Weihnachtsoratorium von Heinrich von Herzogenberg für Solisten, Chor, Orgel und Orchester
Sommer 1894 in Heinrich von Herzogenbergs Landhaus in Heiden, mit Blick auf den Bodensee: Friedrich Spitta, der Bruder des bedeutenden Bach-Biographen Philipp Spitta, teilt Herzogenberg, dem Brieffreund von Johannes Brahms, den Plan eines Weihnachtsoratoriums mit. Es sei ein eitles Unterfangen, erwidert dieser, dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach Konkurrenz zu machen. „Vor meiner Seele“, schrieb Spitta in einer Straßburger Zeitung im Jahr 1911, „stand ein mit den einfachsten Mitteln ausführbares Werk, das den bunten, stillosen Programmen unserer Kirchenchöre zur Weihnachtszeit entgegentreten könnte und deren kirchliche Feiern auf ein höheres künstlerisches Niveau zu heben imstande wäre.“ Herzogenberg liess sich begeistern. „Schaffe mir einen Text. Das soll sofort geschehen“, sagte er. Der Text war von Spitta schnell zusammengestellt: ‚Bibel und Gesangbuch hatte ich im Kopfe.’ Am 3. Advent desselben Jahres fand in der Straßburger Thomaskirche die Uraufführung unter Heinrich von Herzogenbergs Leitung statt. Mit großem Erfolg, und das zurecht. Auf der dreiteiligen Textgrundlage Friedrich Spittas, die nur Bibeltext und Liedtext zitiert und Advent, Geburt und Anbetung des Christkinds behandelt, schuf Herzogenberg ein Werk von wirklichem Bestand, von Substanz, die über das Verklingen der Musik hinaus nachklingt. Nicht zuletzt deshalb, weil Herzogenberg darin viele bekannte Weihnachtslieder einbaut. Selbst wenn man das Werk noch nie zuvor gehört hat, wird sich beim ersten Mal das Gefühl der Vertrautheit einstellen. Natürlich hatte Herzogenberg recht, als er sagte, man könne dem Weihnachtsoratorium von Bach keine Konkurrenz machen. Er versuchte es gar nicht. Sein Oratorium kommt mit einem Streichquintett, Oboe, Harmonium und Orgel, einem gut einstudierten Chor und einer Handvoll Solisten aus. Wie Bach aber, bindet er das Publikum in das musikalische Geschehen ein. Siehe auch: www.herzogenberg.ch
Die Kantorei der Stadtkirche Solothurn freut sich, dieses Werk zusammen mit einer Uraufführung ihres „Haustenors“ Rolf Bischof aufzuführen. Seine schlichte, auf dem gregorianischen Weihnachtsintroitus „Puer natus est“ beruhende Komposition für Chor a cappella kontrastiert die festliche Weihnachtsmusik mit dem bescheidenen Rahmen des Stalles zu Bethlehem. Vielleicht gelingt es so, trotz überquellender Freude, die Klänge und die frohe Botschaft mitzunehmen, hinaus in eine stille Winternacht.
Rolf Bischof (Evangelist / Tenor)
Solostimmen aus dem Chor:
Christine Simon (Engel Gabriel / Alt) Arabella Hobi (Maria / Sopran) Peter Bürgi (Joseph / Bariton) Christian Fischlin / Hansjörg Jäggi (Bass)
Barbara Jost, Oboe Martin Reimann, Ruwen Kronenberg, Violinen Liora Heppner, Viola Stefan Thut, Violoncello Raffael Bietenhader, Kontrabass
Urs Aeberhard, Orgel Continuo Klaus Bobst (Balsthal), Eric Nünlist (Grenchen), Caroline Hirt (Pieterlen), Evi Hostettler (Solothurn): Hauptorgel
Bei der Aufführung vom 16.12. wirkt die Klasse Ip der Bezirksschule Grenchen/Bettlach mit. Einstudierung Rolf Bischof.
Kantorei der Stadtkirche Solothurn Leitung: Markus Cslovjecsek
Orgelpositiv von Roman Steiner, Orgelbau, 4232 Fehren
So. 09.12.07 17:00 Konzert 1 ref. Kirche Balsthal (Eintritt Fr. 30.-)
So. 16.12.07 17:00 Konzert 2 ref. Kirche Grenchen (Kollekte)
Sa. 22.12.07 20:00 Konzert 3 ref. Kirche Pieterlen (Kollekte)
So. 23.12.07 17:00 Konzert 4 ref. Stadtkirche Solothurn (Kollekte)
Di. 25.12.07 10:00 Weihnachtsgottesdienst ref. Stadtkirche Solothurn (Ausschnitte)
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